Ratgeber Unterhalt - Rechtanwaltskanzlei Kaschube

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Ratgeber Unterhalt

Ratgeber Unterhalt
 
Ab wann kann Unterhalt verlangt werden?
Kindesunterhalt und Trennungsunterhalt sind zahlbar von  dem Moment an, in dem die Eltern getrennt leben. Wenn allerdings nach  der Trennung zunächst kein Unterhalt geltend gemacht wird, kann dieser  rückwirkend – also für die Vergangenheit – grundsätzlich nicht geltend  gemacht werden.
Unterhaltsansprüche können erst von dem Monat an geltend gemacht werden, in dem der Unterhaltspflichtige schriftlich aufgefordert wurde, Auskunft über sein Einkommen zu erteilen und Unterhalt zu bezahlen. Es kommt darauf an, an welchem Tag der Unterhaltspflichtige das entsprechende Schreiben erhält.
Gern können wir ein entsprechendes Auskunftsschreiben für Sie fertigen. Kontaktieren Sie uns hierzu unter 0351/26734999 oder 030/39791957

Kindesunterhalt
Unterhalt für minderjährige Kinder ist zahlbar, sobald  die Eltern getrennt leben. Der Elternteil, in dessen Haushalt die Kinder  leben, erbringt Unterhalt durch Betreuung der Kinder. Der andere  Elternteil ist verpflichtet, Unterhalt in Geld zu leisten. Die Zahlungen  haben zu erfolgen an den Elternteil, in dessen Haushalt die Kinder  leben. Die Höhe des zahlbaren Unterhalts richtet sich nach der Düsseldorfer Tabelle. Je höher das Einkommen ist, desto höher ist der zahlbare Unterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle.
Kindergeld
Berechtigt zum Bezug des Kindergeldes ist der  Elternteil, in dessen Haushalt die minderjährigen Kinder leben. Bei dem  anderen Elternteil erfolgt eine Anrechnung der Hälfte des Kindergeldes  über den zahlbaren Unterhalt. Die Anrechnung erfolgt damit beim  zahlbaren Unterhalts mit einem Betrag von 92,-- € monatlich (= hälftiges  Kindergeld für das 1. bis 3. Kind) bzw. 97,-€ monatlich (= hälftiges  Kindergeld für das 4. und jedes weitere Kind). Die Kindergeldanrechnung  verringert also den zahlbaren Kindesunterhalt.
Der notwendige Selbstbehalt der Eltern muss gewahrt  werden. Das bedeutet, dem unterhaltspflichtigen Elternteil muss auch  nach Abzug des Unterhaltes ein bestimmtes Nettoeinkommen monatlich  verbleiben. Der notwendige Selbstbehalt gegenüber minderjährigen  unverheirateten Kindern beträgt bei nichterwerbstätigen  Unterhaltspflichtigen monatlich 770,-- € und bei erwerbstätigen  Unterhaltspflichtigen monatlich 900,-- €.
Gegenüber minderjährigen Kinder besteht jedoch eine gesteigerte Erwerbsobliegenheit des barunterhaltspflichtigen Elternteils. Er muss daher mit seinem möglichen erzielbaren monatlichen Einkommen den Mindestunterhalt sichern. Es  kann ihm bei Verletzung der Erwerbsobliegenheit ein fiktives Gehalt  zugerechnet werden, welches der Unterhaltsberechnung zugrunde gelegt  wird. Damit kann der tatsächliche Selbstbehalt unterschritten werden.
Bei Unterhaltsverfahren sollte immer anwaltliche Hilfe in Anspruch genommen werden, sollte  eine Berechnung durch das Jugendamt scheitern. Bei einem gerichtlichen  Verfahren auf Geltendmachung des Kindesunterhalts vertritt derjenige  Elternteil das Kind, in dessen Obhut das Kind lebt, es bedarf auch hier  einer anwaltlichen Vertretung (Anwaltszwang im Unterhaltsverfahren).
Trennungsunterhalt
Während der Trennungszeit bis zur Rechtskraft der Scheidung hat der Ehegatte mit dem geringeren Verdienst möglicherweise einen Anspruch gegen den anderen Ehegatten auf Trennungsunterhalt.
Die Höhe des Unterhaltsanspruchs richtet sich danach, wie die Einkommensverhältnisse der Eheleute vor der Trennung waren. Der  Lebensstandard soll soweit wie möglich unverändert bleiben gegenüber  der Zeit vor der Trennung. Es wird also ermittelt, wie viel Geld die  Ehegatten vor der Trennung unter Berücksichtigung etwaiger Schulden und  unter Berücksichtigung von Kindesunterhalt monatlich zur Verfügung  hatten.
Beispiel: Herr Müller  verdient netto 1.500,-- € und Frau Müller verdient netto 1.200,-- €.  Kreditverbindlichkeiten bestehen nicht. Die Eheleute Müller haben keine  Kinder. Da Herr Müller 300,-- € mehr als seine Frau verdient, muss er  seiner Frau Trennungsunterhalt zahlen in Höhe von 3/7 des Betrages, den  er mehr verdient. 300,-- € x 3/7 = 128,57 €.
Bei der Berechnung des Einkommens der Ehegatten wird  das Nettoeinkommen der vergangenen 12 Monate addiert (bei Selbständigen  die letzten 3 Jahre) und anschließend durch 12 geteilt (bzw. bei  Selbständigen durch 36), so dass ein durchschnittliches monatliches  Nettoeinkommen errechnet wird, in dem mögliche Sonderzahlungen des  Arbeitgebers – wie Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld – enthalten sind. Von  diesem durchschnittlichen Einkommen werden abgezogen etwaige monatliche  Kreditverbindlichkeiten, etwaige Gewerkschaftsbeiträge und  berufsbedingte Aufwendungen, z. B. für Fahrtkosten von der Wohnung zur  Arbeitsstätte. Wenn Kindesunterhalt zahlbar ist, wird zunächst der  zahlbare Kindesunterhalt – ohne Kindergeldanrechnung – vom Einkommen  abgezogen. Ebenso können eheprägende Verbindlichkeiten und Schulden  abgezogen werden.
Wer keine Miete zahlen muss, da er im eigenen Haus oder  in der eigenen Wohnung lebt, hat unterhaltsrechtlich einen sog.  Wohnwertvorteil, der das Einkommen erhöht.
Der angemessene Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen muss  auch gegenüber dem getrennt lebenden Ehegatten gewahrt werden. Ihm muss  ein bestimmtes Nettoeinkommen monatlich verbleiben, derzeit 1.100 EUR.
Nachehelicher Unterhalt
Nach Rechtskraft der Scheidung online hat möglicherweise der geringverdienende Ehegatte gegen den anderen Ehegatten einen Anspruch auf nachehelichen Unterhalt = Ehegattenunterhalt, wenn ein Anspruchstatbestand erfüllt ist.
Vorrangig ist der Unterhaltsanspruch wegen Betreuung eines minderjährigen gemeinsamen Kindes. Der  Elternteil, der das Kind betreut und dadurch keiner Volltagstätigkeit  nachgehen kann und daher einen Anspruch auf Aufstockungsunterhalt gegen  den anderen Ehegatten hat.
Es besteht ebenfalls ein Unterhaltsanspruch nach Rechtskraft der Scheidung online, wenn ein Ehegatten einen ehebedingten Nachteil nachweisen kann, z.B. wegen Betreuung der minderjährigen Kinder in der Ehe oder dem Lebensmodell der Alleinverdienerehe.
Auch bei langer Ehedauer oder Krankheit eines Ehegatten kommt ein Unterhaltsanspruch nach Rechtskraft der Scheidung online in Betracht.
Die Berechnung erfolgt wie beim Trennungsunterhalt  (siehe Ausführungen oben), der Selbstbehalt des unterhaltspflichtigen  Ehegatten muss gewahrt bleiben.

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